Wieso nähen Elternzeit-Mamis?

Diese Frage beschäftigt mich in meiner zweiten Elternzeit. Was um Himmelswillen treibt mich und so viele andere an die Nähmaschine(n)?

Ich bin der Frage nachgegangen und hab auf einer sehr unterhaltsamen Tour durch wilde weite Netz der unbeschränkten Möglichkeiten meine beschränkte Sicht weiten können und bin auf unerwartete Antworten gestoßen.

10 Gründe wieso Elternzeit-Mamis nähen

  1. Dieses diffuse Gefühl, dass saubere, adrette Kinder, die zeitgemäß entwickelt, glücklich schlafend, dennoch nicht alles sind
  2. Das Bewusstsein, dass der Füllgrad des Windeleimers KEIN Tätigkeitsnachweis für die Leistungen in der Elternzeit darstellt und erst recht keinen Ausgleich zu einem irgendwie doch fehlenden Erwerbsleben
  3. Die Erkenntnis, dass ein Tag mit Kindern, die (anders als man selbst) vor 6 Uhr am Morgen (!!!) bereits putzmunter sind, zu viele Stunden hat um sie ausschließlich mit  Kinderbespassung und ungeliebter Haushaltsarbeit zu füllen
  4. Das ungewisse Gefühl, dass Mütter doch einfach weniger Schlaf brauchen
  5. Das Bedürfnis ein wenig seinem Beruf nachzugehen und darin Abwechslung zu finden. Sei es beim Nähen, darüber Schreiben, beim Surfen im Internet oder Organisieren diverser Dinge
  6. Die kreativen Schübe und stolz machenden und für jedermann weithin sichtbaren, haltbaren und „begreifbaren“ Ergebnisse des „schönsten“ Hobbys. Sie bringen Anerkennung jenseits eines flüchtigen Kinderlächelns
  7. Der Ausdruck einer neuen Leichtigkeit und das Gefühl mich auch wieder näher zu mir selbst gebracht zu haben (ihr wisst schon: meditative Wirkung von knatternden Nähmaschinen…)
  8. Der simple Nestbautrieb, fortgesetzt in dem Bedürfnis die Einzigartigkeit des eigenen Kindes mit liebevoll individuellen Dingen unterstreichen zu müssen. Diese besonderen, kunterbunt-witzigen Dinge, die wir auch gerne gehabt hätten und andere gerne produzieren würden, wenn sie über die Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen würden
  9. Das ausufernde Bemühen Individualisten zu erziehen, das darauf hinausläuft, das nichts von der Stange mehr gut genug ist
  10. Und da ist sie, die von Stadtlandkind wunderbar formulierte abschließende, jede halbwegs selbständig agierende und emanzipierte Frau abschreckende, frappierende Wahrheit: „Vielen Dank liebe Ehemänner, dass ihr Anwälte und Angestellte oder Autoverkäufer seid und es auch bleibt, und es uns erlaubt über euch zu bloggen und ansonsten zu nähen, zu häkeln, das Nest zu gestalten. Denn jetzt mal Klartext: ohne euch im Hintergrund wäre das nicht nur ein nettes, sondern ein unbezahlbares Hobby.“

Findet Ihr Euch wieder? Was treibt Euch an? Was ist Euer Ausgleich? Eure Passion?

Ich freue mich über jeden eurer Kommentare. Teilt mir eure Gedanken, eure Meinung, eure Ideen und Anregungen zu meinem Eintrag mit. Für Kritik bin ich immer offen.

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